Wird es in den Gartensparten ruhiger, beginnt die Hochzeit der Einbruchsdelikte in verwaiste Lauben. Viele Kleingärtner glauben, dass gute Sicherheitstechnik ein brachiales Vorgehen der Einbrecher provoziert. Ganz im Gegenteil, sagt Lothar Schirmer, Kriminalrat a. D.
Viele MWG-Mitglieder sind auch Besitzer eines kleinen Gartenparadieses, das Erholung und sinnvolle Freizeitbeschäftigung bietet und manchmal auch frisches Obst und Gemüse liefert. Wer solch einen Lieblingsort hat, der sollte wissen, dass besonders im Herbst, im Winter und bis spät in den Frühling die Gartenlauben in den Kleingartenanlagen im Blickpunkt der Einbrecher stehen. Während der langen Abwesenheit der Gartenfreunde sinkt für die Täter das Risiko erwischt zu werden deutlich. Die Einbrecher suchen sich Gelegenheiten, bei denen ein Eindringen relativ leicht möglich ist. Aber einige Tätergruppen schrecken auch vor brachialer Gewalt nicht zurück. Die Polizei registrierte in Sachsen-Anhalt im Jahr 2023 1.361 Einbrüche in Gartenanlagen. Den Gartenbesitzern entstand dadurch ein Schaden von über 400.000 Euro. Natürlich blieben auch die Kleingärten in und um Magdeburg davon nicht verschont.
Auch wenn es keine einhundertprozentige Sicherheit gibt, kann man viel tun, um es den Einbrechern schwer zu machen. Das Argument vieler Laubenbesitzer, dass der Schaden am Gebäude nur größer wird, wenn gute Sicherheitstechnik ein brachiales Vorgehen des Einbrechers herausfordert, trifft nur in Einzelfällen zu. Meist meiden Einbrecher massiv gesicherte Gebäude und schauen sich lieber beim Nachbarn um, der ihnen einen leichteren Zugang ermöglicht. Sie können selbst entscheiden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Ganoven in Ihre Laube einbrechen. Weitere Tipps für Ihre Sicherheit finden Sie hier!
DAS SOLLTE MAN WISSEN
- Bewahren Sie wertintensive Gegenstände im Winter nicht in Ihrer Laube auf.
- Fenster sollten Sie mit massiven Fensterläden oder Tafeln, die von innen verschraubt werden sichern.
- Achten Sie darauf, dass Türen gegen Aushebeln gesichert sind.
- Türschlösser sollten grundsätzlich Einsteckschlösser mit geschütztem Schließzylinder sein.
- Das Winkelschließblech muss massiv befestigt werden. Bei Mauerwerk mit Mauerankern, bei Holz mit Langschließblech und Holzschrauben.
- Keine Zweitschlüssel im Außenbereich deponieren.
- Werkzeuge und Gartengeräte verschließen, da diese ideal als Einbruchswerkzeug verwendet werden können.
- Tauschen Sie mit den Gartennachbarn Adresse und Telefonnummern aus, um sich für den Fall eines Einbruchs gegenseitig schnell informieren zu können.
- Bei Kontrollgängen im Winter, die auch nach Absprache mit anderen Spartenmitgliedern erfolgen können, sollten Sie auf ungewöhnliche Änderungen achten, fremde Personen nach dem Grund ihres Aufenthaltes fragen und bei Verdacht Personenbeschreibungen und Kennzeichen von Fahrzeugen notieren.
- Beim Antreffen von Tätern oder dem Erkennen einer Notsituation informieren Sie aus sicherer Entfernung die Polizei über 110.